12. November 2020 |

Storytelling – Geschichten erzählen für jedermann?

Storytelling – Geschichten erzählen für jedermann?

Storytelling ist eines der Modeworte – im Marketing, in der Markenentwicklung, im Journalismus ebenso wie im Wissensmanagement – und das mit schon langer Tradition. Alle machen Storytelling und die, die es noch nicht anwenden, sollen ganz dringend. Sagen alle. Storytelling – die Allzweckwaffe? Doch was steckt dahinter und was genau, welchen Nutzen und welche “Macht” kann Storytelling im Kultur(-tourismus) haben?

 

Zeit für etwas Neues?

Die Kulturrezeption – das Wahrnehmen, Aufnehmen und Verarbeiten – oder anders, das „Konsumieren“ von Kultur ändert sich in den letzten Jahren enorm. Statt anerkannter kultureller Werte, bewegen wir uns immer mehr hin zu selbstreferenzieller und persönlicher Bedeutung. Das bedeutet aber keinesfalls, dass nun keine Inhalte mehr vermittelt werden sollen! Weder bei Ausstellungen, noch auf einer Infostafel oder im Marketing. Aber: Die Inhalte müssen anderes „erzählt“ werden – erzählt wie Geschichten, Storys, erzählt im Prinzip Storytelling.

 

Warum sollen wir Geschichten erzählen?

Die Frage ließe sich schnell beantworten: Weil sonst keiner zuhört! Doch es geht auch präziser: Geschichten werden durch ihren individuellen und persönlichen Charakter emotionaler verarbeitet. Das menschliche Gehirn ist in der Lage, Emotionen mit Fakten zu verbinden und nutzt dazu – vereinfacht gesagt – Geschichten als Anker. Geschichten sind einfacher zu erinnern als andere Botschaften. Und: Sie werden weitererzählt. Voraussetzung ist, dass das Storytelling Substanz hat und Vermittlungsinhalt, eine Dramaturgie, Emotionen sowie Produkt und Marketing gleichermaßen miteinander verbindet. Klingt kompliziert – ist es im Grunde aber nicht.

 

Analog oder digital?

Gab es „früher“ nur eine überschaubare Anzahl an möglichen Umsetzungen einer Geschichte, stehen wir heute einer Fülle an Kanälen und Formaten gegenüber, die spezialisierte Funktionen im Marketing, der Vermittlung und im Gästedialog erfüllen. Der Vorteil: Storytelling funktioniert auf fast allen Formaten und überträgt die Geschichten zuverlässig auf die Gästekontaktpunkte. Aber: Story first! Das Format darf nie an die Stelle der Geschichte treten.

 

Mehr als nur verkaufen!

Es ist an der Zeit, nicht einfach nur ein Produkt zu verkaufen, sei es eine Ausstellung, ein Ausflug oder ein Hammer im Baumarkt. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, Geschichten zu erzählen. Und wir alle können Geschichten erzählen – der Fundus ist unendlich. Denken Sie daran: Wir alle sind potenzielle Erzähler. Die Geschichten müssen nur in Form gebracht werden. Und jetzt: Auf ins Abenteuer Storytelling!

 

 

„Storytelling funktioniert in allen Lebensbereichen und oft nehmen wir es dabei nur unbewusst wahr: Im Büro, im Marketing, im Supermarkt. In der Politik ebenso wie in der Industrie. Und das nutzen wir! Wir alle können ein bisschen mehr Storytelling gut gebrauchen.“
Helena Sykosch, consult2508