Wandel in der Medienlandschaft

Herausforderung und Chance

Die Medienlandschaft hat sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. Gab es früher eine klar getrennte Aufgabenverteilung (Medien sind die Sender – Leser, Hörer oder Fernsehzuschauer sind die Empfänger) sind heute Millionen von Menschen beides zugleich und kommunizieren über die sozialen Medien. Auch die Lesegewohnheiten haben sich geändert.

Ein Ende der klassischen Pressearbeit?

Ist das das Ende der klassischen Printmedien, des professionellen Journalismus und der klassischen Pressearbeit? Nein, meine ich. Wir sollten nur folgende Dinge beachten: Wir müssen alte Medien neu erreichen, die Kommunikation zuspitzen und neue Kommunikatoren gewinnen. Die neuen Felder der Kommunikation sollten genutzt werden.

Der Qualitätsjournalismus ist nicht am Ende.

Bestes Beispiel ist die Wochenzeitschrift „DIE ZEIT“, die mit einer Gesamtauflage von 500.800 Exemplaren (1. Quartal 2020) nur einen moderaten Auflagenrückgang zu verzeichnen hat (ein Minus von 19.000 Exemplare gegenüber dem ersten Quartal 2013). Die verkaufte Auflage der E-Paper-Ausgabe konnte im gleichen Zeitraum von rund 15.500 Exemplaren auf mehr als 137.600 Exemplare gesteigert werden. Eine erhebliche Zunahme ist auch bei der Reichweite zu sehen: sie stieg von 1,23 Millionen Lesern (2004) auf 1,82 (2018).

Mit der Corona-Krise hat der Qualitätsjournalismus sogar an Bedeutung gewonnen, die Nachfrage nach (auch bezahlten) Inhalten und linearem Fernsehen ist wieder gestiegen. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Medienbranche selbst in und nach der Krise neu aufstellt. Denn schon vor der Krise waren die klassischen Tageszeitung von Stellenstreichungen und Zusammenlegungen arg gebeutelt. Viele Redaktionen beziehen ihre Texte von externen Redaktionsverbünden. Aber auch diese Themenredaktionen benötigen fundierten und gut aufbereiteten Input. Und auch durch den Ausbau des digitalen Angebotes besteht weiterhin Bedarf an ungewöhnlichen Themen und Inhalten.

„Im harten Kampf um mediale Aufmerksamkeit kann man heute nur durch Aktualität, Authentizität und Relevanz bestehen.
Kirsten Lehnert, presse2508

Bild : Pixabay Businessman /The world is Changing